Kulissen musste Mel Gibson für seinen Bibelfilm »Die Passion Christi« kaum aufstellen. Der damalige Drehort Matera in Süditalien wirkt wie aus der Zeit gefallen. Verschlungene Gassen, schiefe Treppen, aufeinandergestapelte Häuschen und in den Fels gegrabene Höhlenwohnungen machen die Stadt oberhalb einer wilden Schlucht zu einem architektonischen Wunder. Matera, »Kulturhauptstadt Europas 2019«, ist eine einzigartige Welt für sich. Infos: www.matera-basilicata2019.it/en/

SASSI In den Sassi – finsteren, in den Fels gehauenen Höhlenwohnungen, über die sich steinerne Anbauten türmen – hausten bis in die 1950er-Jahre noch Menschen mit ihren Tieren. Ein Besuch in der original ausgestatteten Casa Grotta (www.casagrotta.it) zeugt vom ärmlichen Höhlenleben. Heute verdankt Matera den Sassi den UNESCO-Welterbetitel – und das einstige Elendsviertel lockt mit Hotels, Restaurants, Ateliers und Museen.

FELSENKIRCHEN Die Ähnlichkeit mit einer weihnachtlichen Krippe hat Matera den Titel »Zweites Bethlehem« eingebracht. Die Stadt bietet unzählige spirituelle Orte – allen voran die mehr als 150 Felsenkirchen. Wer gleich mehrere besichtigen möchte, kauft am besten ein Sammelticket. Zu den schönsten zählen Santa Lucia alle Malve und Santa Maria de Idris mit ihren wunderbaren Fresken, das Convicinio di Sant’Antonio sowie die Doppelkirche Madonna delle Virtù e San Nicola dei Greci.

NATURPARK Im Archäologischen Naturhistorischen Regionalpark der Murgia zwischen Matera und Montescaglioso kann man vom Kulturprogramm verschnaufen. In diesem riesigen Freilichtmuseum tun sich Abgründe auf: Tiefe Schluchten haben sich in eine felsige Wüste aus Gestein gefressen. Beeindruckend: die Grotta dei Pipistrelli (Fledermaus-Grotte), die dem Menschen schon in der Jungsteinzeit Unterschlupf bot. Infos: www.parcomurgia.it