Rund 37 Millionen Deutsche sind im Jahr 2015 auf Wanderschaft gegangen (Quelle: Statista 2016), knapp 9 Millionen davon sind jünger als 39 Jahre. Frühere Untersuchungen belegen, dass 88 Prozent sich am liebsten mit dem Partner oder zwei, drei Freunden aufmachen – eben einsam, aber gemeinsam. Und die Sehnsucht nach kleinen und großen Fluchten wächst. Wer moderat, aber regelmäßig wandert, senkt den Blutdruck, reduziert sein Körpergewicht und verbessert das Herz-Kreislauf-System und seinen Body- Mass Index (BMI), haben Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in einer Studie belegt.
Neben dem Kick für Geist und Seele spielt auch der gesundheitliche Aspekt für viele eine Rolle. Beim Trekking bestimmt jedoch nicht die Schinderei der Muskeln, sondern die Schönheit der Natur das Befinden. Das subjektive Empfinden der Belastung ist deutlich geringer, als wenn man mit gleicher Intensität joggen würde. Beim Wandern steht der Genuss im Vordergrund, der gesundheitliche Nutzen wird von den Aktiven aber gern mitgenommen. Dass sich Wandern sogar als ähnlich guter Schlankmacher wie Joggen und als besserer Kalorienvernichter als Biken erwiesen hat, belegt eine Studie des Kölner Instituts für Prävention und Nachsorge (IPN). Der Kalorienverbrauch und die Fettverbrennung waren selbst bei kürzeren Touren vergleichbar mit Joggen und sogar besser als beim Fitnesstraining.
Doch das ist eher ein Nebenaspekt – wer wandert, will die Natur genießen, am liebsten auf den schönsten Wegen. »Premium Wanderwege« nennt das Deutsche Wanderinstitut seine besten Routen, die sich durch eine gute Beschilderung, Infrastruktur und vor allem landschaftliche Schönheit und Abwechslung auszeichnen (www.wanderinstitut.de) Ein weiteres Gütesiegel ist das Prädikat »Qualitätsweg Wanderbares Deutschland« vom Deutschen Wanderverband. Beide Verbände sind so etwas wie die »Stiftung Warentest« für Wanderwege.
Wer ihren Kriterien genügt, darf seinen Weg dann mit dem Siegel schmücken. Eigentlich sinnvoll für den Wanderer, bietet sich ihm doch eine gute Orientierung, welcher Weg sich wirklich lohnt.
Die meisten Wege sind für Tagestouren geeignet, aber unter den »Premiumwegen« sind auch verschiedene Mehrtagestouren zu finden. Ein Klassiker ist der Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden über 320 Kilometer. Grandiose Ausblicke auf Burgen, Felsformationen und auf den Rhein zeichnen den Weg aus. Sportlich anspruchsvoll ist der Steig nicht, das Profil eher flach. Ganz anders der SalzAlpen-Steig (233 Kilometer) von Prien am Chiemsee bis nach Obertraun in Österreich. Beim SalzAlpen- Steig hat man die Möglichkeit, Erfahrungen im Hochgebirge zu sammeln – steile Passagen, längere Auf- und Abstiege, enge Schluchten und ausgesetzte Trails lassen ein wenig Abenteuergefühl aufkommen.
Dieses Abenteuergefühl zeichnet auch die weltweit wohl berühmtesten Trekkingtouren aus, die »Great Walks« in Neuseeland. Das klingt gleich etwas lässiger als »Premiumweg«, verspricht Herausforderung und Entspannung, aber auch Abenteuer und ein grandioses Naturschauspiel. Insgesamt neun Routen auf der Nord- und Südinsel von Neuseeland sind ausgezeichnet und führen an Seen, über Bergrücken und am Meer entlang – ein Abschnitt schöner als der nächste (www.doc.govt.nz). Neuseeland hat es aber auch leichter, die Leute für seine grandiose Natur zu begeistern – schließlich dienten die sanften Hügel und Seen der Nordinsel und die schroffen Berge und rauen Küsten der Südinsel schon bei Filmen wie »Der Herr der Ringe« und »Der Hobbit« als adäquate Naturkulisse.