Manche fühlen sich nur wie ein Hamburger, manche tun nur wie einer. Till Demtrøder aber, der ist echt. In Hamburg geboren, in Hamburg aufgewachsen, lebt der Schauspieler, bekannt aus Serien wie »Das Großstadtrevier«, »Hallo Robbie« und »Der Landarzt«, mit seinen 48 Jahren ganz selbstverständlich noch immer in der Hansestadt. Denn er weiß um die Vorzüge. Lachend erklärt er: »Mal ehrlich, dafür müssen Münchener acht bis neun Stunden fahren. Wir Hamburger aber haben diese Erholung gleich vor der Haustür – und das sogar im Doppelpack. «Gemeint sind Nord- und Ostsee. Lediglich ein, zwei Stunden Fahrzeit braucht man bis zum Ziel, und buchstäblich auf der Strecke bleiben dabei Alltagsstress, Routine und Trott. Im Entschleunigungsgang werden sie eingetauscht gegen die Vorfreude auf kilometerlange Sandstrände, eine unberührte, ja oft eigenwillige Natur und auf den Genuss herrlich frischer, echter Köstlichkeiten aus der Region.
Eine schöne Qual der Wahl erwartet beispielsweise jenen, der sich auf der A1 auf den Weg gen Osten macht. Durch Timmendorfer Strand – hier einen kurzen Zwischenstopp an der legendären »Bude 8«, An der Acht, einlegen und ein frisches Fischbrötchen ordern –, durch Scharbeutz und sich im »Café Wichtig« (www.cafewichtig.com) sehen lassen, um dann später in der Gemeinde Wangels anzukommen. Nicht ohne Grund empfiehlt sich ein Ausflug hierher, wurde das hiesige »Weissenhaus Grand Village Resort & SPA« doch von einem beliebten Reisemagazin als bestes »Strandhotel Europas 2015« ausgezeichnet. Das Tolle ist, dass sich selbst ein Tagestrip lohnt, denn man muss kein Gast in dem Fünf-Sterne-Wellness-Domizil sein, um dessen angenehm unaufdringlichen Luxus genießen zu können. Im hoteleigenen Strandbistro »Alte Liebe« schmeckt die Currywurst so, wie sie sein soll – würzig und schön deftig. Wer es lieber süß mag, wählt ein Stück vom noch warmen Blechkuchen.
Im »Bootshaus« werden leckere Flammkuchen serviert, und im mehrfach ausgezeichneten Gourmetrestaurant »Courtier« gibt es Exquisites aus der Sterneküche. Die Geschmäcker mögen verschieden sein, doch hier zieht gewiss niemand hungrig von dannen (www.weissenhaus.net). »An der Ostsee, bei dem herrlichen Wind, kann man sich einmal richtig den Kopf durchpusten lassen«, meint Till Demtrøder. Obgleich er beru_ ich deutschlandweit viel unterwegs ist, zieht es ihn immer wieder an die Küste. Als Reitsportfan organisiert er mit seiner in Hamburg ansässigen  Eventfirma »ExperiArts« seit zehn Jahren die »Cross Country«, eine etwas andere Schleppjagd, die, nach Rügen, seit vergangenem Jahr auf Usedom stattfi ndet  (www.usedomcrosscountry.de).
»Ich mag die Menschen auf Usedom, ich mag die Landschaft, ich mag es einfach, von Wasser umgeben zu sein«, schwärmt der Schauspieler. Bei jedem Besuch auf Usedom ist es für ihn ein Muss, dort mindestens einmal auf der knapp 300 Meter langen Seebrücke in Ahlbeck zu stehen, der ältesten Seebrücke Deutschlands, hinaus aufs Meer zu blicken oder ein Stück über die Ostsee zu laufen. Sein Schlemmertipp für Usedom? »Das „Waterfront“ in Heringsdorf. Dort saßen wir schon oft zusammen und haben den Tag ausklingen lassen.« Das kleine, feine Bistro liegt direkt an der Strandpromenade und gehört zum »Hotel Steigenberger«. Hier genießt man nicht nur den grandiosen Ausblick auf die See, sondern auch norddeutsche Spezialitäten wie Matjestartar, Sülze vom heimischen Wild oder fangfrischen Fisch, am liebsten vom Grill (bistro-waterfront.de).

Wer nach einer arbeitsintensiven Woche ins Auto steigt und für eine Auszeit statt gen Osten doch lieber gen Norden fährt – auf der A 7 durch Schleswig-Holstein –, sollte auch Zeit für einen Besuch des weitläu_ gen Tierparks »Arche Warder« einplanen. In dem europaweit einzigartigen Zentrum leben fast 90 seltene und vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen (www.arche-warder.de). Danach geht es zum Autozug nach Sylt und rüber auf die Insel. Denn im »Söl’ring Hof«, auf  der Rantumer Düne, schwingt kein Geringerer als Sternekoch Johannes King den Kochlöffel und serviert Fisch frisch vom Kutter (www.soelring-hof.de) – ein Geschmackserlebnis de luxe. Glücklicherweise lässt es sich in dem charmanten weißen Friesenhaus auch sehr komfortabel übernachten. Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang folgen ein paar Stunden im Spa, so dass Seele und Körper garantiert entspannen. Da es ja auch Menschen gibt, die zwar die Nordsee lieben, sich aber für Fisch auf dem Teller nicht so recht begeistern können, sei hier noch das »Ivo & Co« erwähnt, ein gemütliches Bistro in Strandnähe in Wenningstedt mit entspannter, ungezwungener Atmosphäre, leckeren Burgern  – und null Meerestieren auf der Karte (ivoundco-bistro.de).

Auf Sylt findet im Mai übrigens auch wieder das »Cross Golf« statt (www.syltcrossgolf.de). Querfeldein geht es, und dabei _ iegt der kleine Ball in den Dünen, im Watt, auf einem Fischkutter, über gefüllte Priele hinweg über die Insel. Veranstalter ist auch hier Till Demtrøder. Denn ebenso wie für die Ostsee schlägt sein Herz für die Nordsee. Keine anderen Küsten mag er lieber. Und eine von beiden favorisieren – das kann und will er auch nicht. »Warum auch? Es ist doch ein einziges Revier, das Nord-Ostseerevier«, sagt er lachend und ergänzt: »Ich empfinde es als großes Privileg, die Nord- wie die Ostsee vor der Tür zu haben, und ich nutze es, wann immer es geht.«

Schon gewusst?

Nordlichter sind eben Fischköppe
Es stimmt also tatsächlich: Das Klischee »Im Norden leben die Fischköpfe« wird durch Zahlen belegt. So landen nirgendwo sonst in Deutschland so viel und so häufig Fisch und Meeresfrüchte auf den Tellern wie in den nördlichsten Bundesländern. Im Jahr 2014 führte beim Fischeinkauf pro Kopf Mecklenburg-Vorpommern mit 6,8 Kilo die Rangliste an, vor Hamburg mit 6,3 Kilo und Schleswig-Holstein mit 6,2 Kilogramm.
Zum Vergleich: In Bayern liegt der Fischeinkauf pro Kopf bei nur 4,9 Kilo, in Hessen und Baden-Württemberg bei 4,5 Kilo.