Der Arbeitsmarkt kennt keine Gnade, erst recht nicht für Philosophen.
Als Gerhard Warlich sich nach seiner Promotion über Heidegger um
eine Stelle als Wäscheausfahrer bewirbt, hält ihn der Chef begreiflicherweise
für »hoffnungslos überqualifiziert«. Doch Warlich bekommt
den Job und arbeitet sich hoch, richtet sich ein in dieser nicht
allzu aufregenden, aber sicheren Existenz. Er lebt mit seiner Freundin
Traudel auf halbwegs gutem Fuße. Eines Tages jedoch erklärt Traudel
ganz beiläufig, sie wünsche sich ein Kind. Diese Aussicht bringt Warlich,
der eigentlich nur »halbtags leben« möchte, vollkommen aus
dem Gleis. Das war in seinem Lebenskompromiss nicht vorgesehen.
Seine zufällige Anwesenheit am Rande einer anarchistischen Demonstration
(während der Arbeitszeit!) bringt ihm zudem die Kündigung.
Warlich wird vom Leben in die Zange genommen.
Wilhelm Genazino erzählt diese Geschichte eines traurigen Helden
und seiner viel weniger traurigen Freundin mit verblüffender Lakonie.
Wilhelm Genazino ist ein glänzender Stilist mit einem sehr feinen,
höchst humanen Humor, der die menschliche Verzweiflung an Leben
und Liebe einer so ironischen wie brillanten Analyse unterzieht.